GMP+ FSA ist ein umfassendes Zertifizierungssystem, das die Sicherheit und Qualität der Futtermittelproduktion – einschließlich der Verarbeitung tierischer Nebenprodukte – durch strenge Standards und Kontrollen gewährleistet.

GMP+ FSA (Good Manufacturing Practice Plus Feed Safety Assurance) ist ein international anerkanntes Zertifizierungssystem, das die Sicherheit und Qualität von Futtermittelproduktionsprozessen – einschließlich der Verarbeitung tierischer Nebenprodukte – gewährleisten soll. Dieses Rahmenwerk kombiniert die Grundsätze der Guten Herstellungspraxis (GMP) mit anderen Anforderungen an die Futtermittelsicherheit, um ein robustes System zu schaffen, das die gesamte Futtermittellieferkette von der Herstellung bis zum Vertrieb abdeckt. Im Tschechischen wird für gewöhnlich der ursprüngliche englische Begriff verwendet. Man könnte ihn grob mit „Gute Herstellungspraxis plus Gewährleistung der Futtermittelsicherheit“ übersetzen.

Wesentliche Elemente von GMP+ FSA

Umfang und Ziele:

Dieses Zertifizierungsprogramm deckt alle Aspekte der Futtermittelproduktion ab, von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum Vertrieb der Endprodukte. Das Hauptziel besteht darin, die Sicherheit, Qualität und Rückverfolgbarkeit von Futtermitteln zu gewährleisten und so die Tiergesundheit und letztendlich die öffentliche Gesundheit zu schützen.

Good Manufacturing Practices (GMP) – „Gute Herstellungspraxis“:

  • Prozesssteuerung: Legt Verfahren zur Steuerung von Herstellungsprozessen fest, um Konsistenz und Sicherheit zu gewährleisten.

  • Hygiene: Implementiert strenge Hygieneverfahren, um eine Kontamination zu verhindern.

  • Instandhaltung von Anlagen und Räumlichkeiten: Sorgt für die regelmäßige Wartung und Reinigung von Anlagen und Räumlichkeiten, um Gefahren vorzubeugen.

Feed Safety Assurance (FSA) – „Gewährleistung der Futtermittelsicherheit“:

  • Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte (HACCP): Integriert HACCP-Grundsätze, um potenzielle Risiken in der Futtermittelproduktion zu identifizieren und zu beherrschen.

  • Risikobewertung: Führt gründliche Risikobewertungen durch, um Risiken im Zusammenhang mit Rohstoffen und Herstellungsprozessen zu identifizieren und zu mindern.

  • Rückverfolgbarkeit: Gewährleistet die vollständige Rückverfolgbarkeit von Futtermitteln vom Ursprung bis zur Endverwendung und ermöglicht so eine schnelle Reaktion auf Sicherheitsprobleme.

Zertifizierung und Einhaltung von Vorschriften:

  • Standards und Audits: Die GMP+ FSA-Zertifizierung erfordert die Einhaltung spezifischer Standards und regelmäßige Audits, um deren Einhaltung sicherzustellen.

  • Kontinuierliche Verbesserung: Fördert kontinuierliche Verbesserung durch regelmäßige Überarbeitung und Aktualisierung von Sicherheitsverfahren und -standards.

Dokumentation und Führung von Aufzeichnungen:

  • Umfassende Aufzeichnungen: Umfasst die Führung detaillierter Aufzeichnungen über alle Aspekte der Futtermittelproduktion, einschließlich Rohstoffquellen, Prozesskontrollen und Sicherheitsmaßnahmen.

  • Transparenz: Sorgt für Transparenz und Verantwortlichkeit im gesamten Futtermittelproduktionsprozess.

Vorteile der GMP+ FSA-Zertifizierung:

  • Zugang zu Märkten: Ermöglicht den Zugang zu globalen Märkten durch die Einhaltung internationaler Futtermittelsicherheitsstandards.

  • Verbrauchervertrauen: Es stärkt das Vertrauen der Verbraucher, indem es das Engagement für hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards demonstriert.

  • Risikomanagement: Es bietet einen systematischen Ansatz zur Beherrschung und Minderung der mit der Futtermittelproduktion verbundenen Risiken.

Zertifizierung und Rechtskonformität sind nicht dasselbe

GMP+ FSA ist ein privates und freiwilliges Zertifizierungsschema. Es ist keine europäische Vorschrift, und keine Vorschrift verlangt es. Es ist meist eine Bedingung des Abnehmers, nicht eine Bedingung des Marktes.

Die gesetzliche Grundlage für Verarbeiter tierischer Nebenprodukte liegt anderswo und gilt für alle ohne Ausnahme: Der Betrieb muss für die jeweilige Tätigkeit von der zuständigen Behörde zugelassen sein, in Tschechien von der Staatlichen Veterinärverwaltung, und der Unternehmer muss nach Artikel 29 der Verordnung 1069/2009 ein ständiges schriftliches Verfahren auf der Grundlage der HACCP-Grundsätze einrichten, durchführen und aufrechterhalten.

Daraus folgen zwei Dinge, die in Anfragen durcheinandergeraten. Ein Zertifikat nach einem privaten Schema ersetzt die gesetzlichen Pflichten nicht; es steht daneben. Und umgekehrt bedeutet das Fehlen eines solchen Zertifikats nicht, dass ein Lieferant die Vorschriften nicht erfüllt, denn erfüllt werden sie durch die Zulassung des Betriebs und durch das System der Eigenkontrollen, nicht durch die Mitgliedschaft in einem Schema.

Praktische Folge für die Anfrage: Es lohnt sich, getrennt danach zu fragen, nach welchen Schemata ein Lieferant zertifiziert ist, und getrennt danach, welche Zulassung er hat und für welche Materialkategorie. Das sind zwei verschiedene Fragen, und die Antwort auf die eine beantwortet die andere nicht.