Unverseifbare Anteile
Unverseifbare Anteile sind Bestandteile von Tierfett, die bei Behandlung mit alkalischen Stoffen keine Seife bilden und ihre ursprünglichen Eigenschaften behalten.
Unverseifbare Anteile sind Fraktionen von Tierfett, die beim Verseifungsprozess nach Behandlung mit Alkalien nicht zu Seife werden. Diese unverseifbaren Bestandteile spielen nicht nur bei der Auswahl von Ölmischungen für die Seifenherstellung eine Schlüsselrolle.
Wer danach fragt und warum
Unverseifbare Bestandteile sind der Anteil des Fettes, der bei der Verseifung nicht reagiert: Sterine, Kohlenwasserstoffe, fettlösliche Vitamine und Wachse. Die deutschen Leitsätze für Speisefette nennen sie unter den Stoffen, die ein Fett neben den Triglyceriden natürlicherweise enthält, zusammen mit Phospholipiden, Wachsen und freien Fettsäuren.
Danach fragen vor allem Kosmetik und chemische Industrie, und zwar aus zwei entgegengesetzten Gründen. In der Seifenherstellung ist es der Anteil, der nicht zu Seife wird und die Ausbeute senkt. In der Hautpflege ist es umgekehrt die interessante Fraktion, weil Sterine und Vitamine einen großen Teil dessen ausmachen, weshalb tierisches Fett überhaupt in Cremes verwendet wird.
In Handelsspezifikationen für ausgeschmolzene Fette wird der Parameter oft nicht einzeln genannt, sondern in der Abkürzung MIU zusammengefasst, also Feuchte, Verunreinigungen und unverseifbare Anteile zusammen. Englisch heißt er unsaponifiable matter.
Zur Bezeichnung selbst: Die kodifizierte Form lautet unverseifbare Bestandteile. Der auf dieser Seite geführte Ausdruck unverseifbare Anteile ist gleichbedeutend und im Handel gebräuchlich, steht aber so in keiner Vorschrift.