Rohprotein ist ein Maß für den Gesamtproteingehalt verarbeiteter tierischer Proteine, das eine Schätzung ihres Nährwerts liefert.

Rohprotein ist ein wichtiger Nährstoffbestandteil, der zur Beurteilung der Qualität und Eignung von verarbeitetem tierischem Protein herangezogen wird. Bei Futtermitteln ist damit der gesamte Proteingehalt pflanzlichen und tierischen Ursprungs im Futter gemeint. Wenn Sie detailliertere Informationen über Rohprotein, seine Bedeutung und Rolle in verschiedenen Anwendungen benötigen, lesen Sie weiter.

Die Bedeutung von Rohprotein

  • Nährwert: Es zeigt die Menge an verfügbarem Protein an, die für verschiedene industrielle und landwirtschaftliche Zwecke erforderlich ist.
  • Qualitätsbewertung: Es wird verwendet, um die Qualität verarbeiteter tierischer Proteine zu beurteilen und sicherzustellen, dass sie den erforderlichen Standards entsprechen.
  • Breites Anwendungsspektrum: Es hilft bei der Entwicklung ausgewogener Produkte für verschiedene industrielle Anwendungen.

Messung von Rohprotein

  • Kjeldahl-Methode: Eine traditionelle Methode, die den Gesamtstickstoffgehalt misst, der dann in den Proteingehalt umgerechnet wird.
  • Dumas-Methode: Eine schnellere Methode, bei der die Verbrennung zur Bestimmung des Stickstoffgehalts genutzt wird.
  • Nahinfrarotspektroskopie (NIRS): Eine zerstörungsfreie Methode, die eine schnelle Analyse des Proteingehalts ermöglicht.

Warum roh und was die Zahl nicht sagt

Das Wort roh ist keine Qualitätsaussage, sondern ein Hinweis auf die Methode. Rohprotein wird nicht direkt bestimmt: Gemessen wird Stickstoff, und der Proteingehalt wird daraus berechnet. Die Verordnung (EG) Nr. 152/2009, die die Untersuchungsmethoden für die Futtermittelkontrolle festlegt, sagt das im Zweck der Methode selbst: „Die Methode erlaubt die Berechnung des Rohproteingehalts von Futtermitteln anhand des nach Kjeldahl bestimmten Stickstoffgehalts.“

Für den Einkauf folgt daraus, dass zwei Mehle mit demselben Rohproteingehalt nicht denselben Wert haben müssen. Die Zahl sagt nichts darüber, wie verdaulich das Protein ist, und auch nicht, ob der gemessene Stickstoff vollständig aus Protein stammt. Deshalb werden bei Mehlen neben dem Protein auch Rohasche und Rohfett verfolgt.

Wie es im Dokument heißt

Der Katalog der Einzelfuttermittel, also die verbindliche Liste der Bezeichnungen für Futtermittel, verwendet die Form Rohprotein; anders als im Tschechischen, wo daneben der gleichrangige amtliche Ausdruck „dusíkaté látky“ steht, gibt es im Deutschen keine zweite Bezeichnung. Englisch heißt der Parameter crude protein.

Der Katalog schreibt zugleich zu jedem Einzelfuttermittel vor, was verpflichtend zu deklarieren ist. Bei Grieben sind das Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Feuchte, wenn sie 8 % übersteigt. Unsere Tiermehle haben Rohprotein von mindestens 60 % und mindestens 70 %.