Verarbeitetes tierisches Protein (VTP, englisch PAP für processed animal protein) ist ein Proteinmehl, das ausschließlich aus tierischen Nebenprodukten der Kategorie 3 hergestellt wird, also aus Material gesunder geschlachteter Tiere, das für den menschlichen Verzehr geeignet, dafür aber nicht bestimmt war. Die Kategorie 3 ist in der Begriffsbestimmung von VTP eine Bedingung und keine von mehreren Möglichkeiten.

Verarbeitetes tierisches Protein stellen wir selbst her; die Übersicht und die Parameter der einzelnen Mehle finden Sie auf der Seite Tiermehl. Die Tierart, aus der das Mehl stammt, ist dabei keine Angabe in Klammern: Sie entscheidet darüber, wohin es darf (siehe unten). Wenn Sie sich für die Details interessieren, lesen Sie weiter über einzelne Typen, Produktionsmethoden, Verwendungszwecke, behördliche Standards und Schlüsselparameter.

Verarbeitetes tierisches Protein ist kein Fleisch- und Knochenmehl

Fleisch- und Knochenmehl ist in der EU-Gesetzgebung dem Material der Kategorien 1 und 2 vorbehalten, also dem, was in Futtermittel überhaupt nicht darf. Die Verordnung (EU) Nr. 142/2011 bestimmt es in Anhang I Nr. 27 als „tierisches Protein aus der Verarbeitung von Material der Kategorie 1 oder 2“. Verarbeitetes tierisches Protein ist nach Nr. 5 derselben Liste dagegen „ausschließlich aus Material der Kategorie 3 gewonnenes tierisches Protein“. Es sind zwei verschiedene Materialien mit zwei verschiedenen Wegen, und in den nach der Verordnung 1069/2009 geführten Listen der zugelassenen Betriebe haben sie auch zwei verschiedene Codes: für Fleisch- und Knochenmehl steht dort MBM als Meat and bone meal (Category 1, 2), verarbeitetes tierisches Protein hat die eigenen Codes PAPRUM und PAPOTH.

Umgangssprachlich wird beides Tiermehl genannt, und das ist kein Fehler des Sprechers; das Wort verwendet die TSE-Verordnung 999/2001 selbst. Als Angabe im Dokument taugt es aber nicht, weil es die Kategorien nicht unterscheidet. Und genau dort wird es zum Problem: Wer sein Erzeugnis als Fleisch- und Knochenmehl deklariert, deklariert Material der Kategorie 1 oder 2, das in Futtermittel nicht darf.

Praktische Folge für Anfragen: Wer Fleischknochenmehl für Heimtierfutter sucht, sucht in aller Regel verarbeitetes tierisches Protein. Entscheidend sind nicht die Wörter, sondern zwei Angaben: welches Rohprotein und aus welcher Tierart. Siehe den Begriff Fleisch- und Knochenmehl.

Arten verarbeiteter tierischer Proteine nach Quelle:
  • Schweinefleisch
  • Rindfleisch
  • Geflügel
  • Fisch
  • Insekten
  • und andere

Produktionsmethoden

Die Herstellung von verarbeitetem tierischem Protein umfasst mehrere Schritte, um Sicherheit und Qualität zu gewährleisten:

  1. Sammlung und Vorbereitung

    • Rohstoffe werden von Schlachthöfen, Fleischverarbeitungsbetrieben und anderen Quellen gesammelt.
    • Inspektion und Sortierung stellt sicher, dass die Rohstoffe frei von Verunreinigungen sind und den gesetzlichen Standards entsprechen.
  2. Verarbeitungsprozess

    • Nassverfahren (Ausschmelzen): Die Zutaten werden in Wasser oder Dampf gekocht, um Proteine und Fette zu trennen.
    • Trockenverfahren (Rendern): Materialien werden ohne Wasser erhitzt, was zu einer schnelleren Verarbeitung führt (jedoch mit einem höheren Oxidationsrisiko).
  3. Verarbeitung

    • Erhitzen und Sterilisieren: Es sorgt für eine zuverlässige Eliminierung von Krankheitserregern und die Einhaltung mikrobiologischer Standards.
    • Mahlen und Trocknen: Die gekochten Materialien werden zu einem feinen Pulver gemahlen und getrocknet.
    • Reinigung: Weitere Reinigungsprozesse entfernen eventuelle Verunreinigungen und stellen sicher, dass die erforderlichen Standards eingehalten werden.

Die wichtigsten Parameter im Überblick

Parameter Beschreibung
Rohproteingehalt Gibt den Nährwert und die Eignung für verschiedene Futterrezepturen an.
Bruttoaschegehalt Misst den Gehalt an Mineralstoffen, die die Verdaulichkeit und das Nährstoffgleichgewicht beeinflussen können.
Feuchtigkeit Bestimmt die Haltbarkeit und Stabilität des Produkts.
Bruttofettgehalt Er ist maßgeblich für die Energiebereitstellung in Futterrationen.
Verdaulichkeit Gewährleistet bei Tieren eine einfache Aufnahme und Verwertung von Protein.
Mikrobiologische Sicherheit Regelmäßige Tests auf Krankheitserreger (wie Salmonellen und Enterobacteriaceae) gewährleisten die Produktsicherheit.

Verwendung verarbeiteter tierischer Proteine

  • Futtermittel
    • Heimtierfutter: Verarbeitete tierische Proteine liefern wichtige Nährstoffe und verbessern die Schmackhaftigkeit des Futters deutlich.
    • Futtermittel für Aquakultur: Verarbeitete tierische Proteine werden aufgrund ihres hohen Proteingehalts und ihrer Verdaulichkeit häufig in Fisch- und Garnelenfutter verwendet.
    • Viehfutter: Trotz strenger Vorschriften können verarbeitete tierische Proteine in bestimmten Futtermischungen für Nutztiere als reichhaltige Proteinquelle verwendet werden.
  • Düngemittel
    • Organische Düngemittel: Verarbeitete tierische Proteine werden als Bestandteil organischer Düngemittel verwendet – sie reichern den Boden mit lebenswichtigen Nährstoffen an.

Regulierung und Qualitätskontrolle

Die EU hat strenge Vorschriften eingeführt, um die Produktion und Verwendung von verarbeitetem tierischem Protein zu überwachen und dessen Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Diese Regeln gelten auch für uns bei PEPITO:

  • Rückverfolgbarkeit: Alle Rohstoffe und Fertigprodukte müssen bis zu ihrem Ursprung rückverfolgbar sein.
  • Hygienestandards: Strenge Hygienemaßnahmen verhindern eine Kontamination während der Verarbeitung.
  • Mikrobiologische Untersuchung: Um die Produktsicherheit zu gewährleisten, sind regelmäßige Tests auf Krankheitserreger unerlässlich.
  • Material der Kategorie 3: Bei der Herstellung verarbeiteter tierischer Proteine dürfen nur tierische Nebenprodukte der Kategorie 3 mit geringem Risiko verwendet werden.

Auswirkungen auf die Umwelt?

Sehr gering. Die Verarbeitung tierischer Nebenprodukte zu tierischem Protein trägt wesentlich zur ökologischen Nachhaltigkeit bei. Durch Umwandlung von Nebenprodukten in wertvolle Proteine wird Abfall minimiert. Es unterstützt die Kreislaufwirtschaft durch die Verarbeitung von Abfallmaterial zu Grundnährstoffen für die Produktion von Futtermitteln und Düngemitteln.